Fritz Egger aus Bad Ragaz
In einer warmen Föhnnacht erblickte ich am vierten Dezember 1953 in Bad Ragaz das Licht der Welt. Damit war die Familie komplett mit Vater, Mutter und meiner um gut drei Jahre älteren Schwester. Nach dem Umzug nach Chur – ich war im zarten Alter von sechs Jahren - wollte meine Schwester unbedingt das Klavierspiel erlernen. Da die Kleinen ja immer auch das begehren, was die Grösseren haben, wollte auch ich Klavier spielen, zumal mich der Anblick dieser vielen glänzenden weissen und schwarzen Tasten schon vorher fasziniert hatte.

Die Klavierlehrerin war überhaupt nicht streng, deren Tochter ausnehmend keck und hübsch - kurzum ein sehr motivierendes Umfeld. Noten lernte ich zwar keine, spielen aber schon und dies gar erheblich schneller als meine musikalische Schwester. Leider dauerte diese Ära nur ein Jahr und wir zogen nach Romanshorn, immer dem Arbeitsplatz des Papas folgend. Dort wurde ich einem gut ausgebildeten, aber sehr strengen älteren Fräulein Klavierlehrerin zugeteilt. Dieses stellte gleich fest, dass mein vermeintlich bisheriges Können eigentlich gar nicht existent war und ich wohl wieder von vorne beginnen müsse. Es folgten sechs härtere Jahre Klavierunterricht, angetrieben durch die gestrengen Vorgaben der Klavierlehrerin, die sich auch nicht scheute, deren Erfüllung manchmal mit Strafaufgaben zu erzwingen.

Erneut wechselten wir den Wohnort; der Kreis schloss sich und wir zogen wieder an meinen Geburtsort Bad Ragaz. Inzwischen 13 Jahre alt genoss ich hier nochmals ein Jahr Klavierunterricht, diesmal zu meiner Freude bei einem Barpianisten. Danach spielte ich nur noch hin und wieder hobbymässig. Während meine Schwester der Musik ganz treu blieb und sich zur Opernsängerin ausbilden liess, lernte ich eher Dinge, die mit Zahlen zu tun hatten. Seit Jahren arbeite ich in einer Privatbank in Zürich als Finanzanalyst.

Der Zufall wollte es, dass im Jahr 2002 die Pianistin im Nostalgie-Chörli ausfiel und das Schweizer Fernsehen den Chor unbedingt in seiner Sendung Fensterplatz haben wollte. Da meine Frau auch im Chor singt, durfte ich einspringen. Seit 2005 begleite ich das Nostalgie-Chörli bei Auftritten am Klavier.